18. Januar 1945

Feuergefechte an der Grenze – Verirrte deutsche Geschosse auf Schweizer Boden

Entlang des Rheins, von der Schweizer Grenze bis zum Stauwehr bei Märkt, toben heftige Gefechte zwischen deutschen und französischen Truppen. Am Donnerstagvormittag liefern sich Maschinengewehre beider Seiten einen lebhaften Schlagabtausch, während die Artillerietätigkeit in Richtung Mulhousen und Colmar erneut aufflammt. Besonders im Gebiet nördlich von Kembs, wo es zuletzt ruhiger war, donnert nun wieder schweres Geschütz.

Die Kämpfe greifen dabei zunehmend auf die unmittelbare Grenzregion über. Am Nachmittag, zwischen 16:35 und 16:50 Uhr, nimmt ein deutsches Geschütz mit kleinem Kaliber nahe der Schweizer Grenze Stellung. Als es das Feuer in westlicher Richtung eröffnet, verfehlen einige Granaten ihr Ziel und schlagen auf Schweizer Boden ein. Eine detoniert in der Gegend des Lysbüchels, zwei weitere treffen bei Allschwil. Glücklicherweise gibt es keine Berichte über Verletzte oder grössere Schäden, doch die Einschläge sorgen für Unruhe in der Bevölkerung.

Um die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten, reagieren französische Truppen mit entsprechenden Massnahmen. Besonders in Hüningen, wo deutsche Maschinengewehre das Ufergebiet unter Beschuss nehmen, werden gefährdete Zonen abgesperrt und die Bewohner evakuiert.

Währenddessen intensiviert sich der Artilleriebeschuss in der Region. Französische Batterien nehmen das Festungsgebiet von Istein unter Feuer, deutsche Artillerie antwortet aus dem Kandertal und beschiesst Blotzheim sowie Bartenheim. Am Abend blitzen immer wieder Mündungsfeuer über der Region Bartenheim-Sierentz auf, während aus Richtung Volkensberg kräftige Abschüsse zu hören sind.

Gegen 21:00 Uhr entfaltet sich in den Vogesen eine gewaltige Feuersbrunst. Der Horizont glüht stundenlang in einem unheilvollen Licht, immer wieder lodern Flammen tiefrot auf. Die Kämpfe eskalieren, und während die Detonationen über die Grenze hallen, bleibt die Lage für die Schweizer Bevölkerung angespannt.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

08:10 Uhr: Meldung: Det 23 mit 40 Mann, davon 4 Uof., eingerückt.

Begehung der Kindergärten am Wasgenring 16, ob diese als Flüchtlingsunterkunft dienen könnten.

10:25 Uhr: Mobilisation der Bewachung KP 23 beendet.

11:00 Uhr: Ein weiterer Soldat eingerückt.

16:50 Uhr: Meldung von Frau von OW, dass in der Nähe ihrer Wohnung am Herrenweg 15 in Allschwil zwei Granaten eingeschlagen sind, ohne zu explodieren.

Herrenweg 15 in Allschwil im Januar 2025, 80 Jahre, nachdemim Garten 2 Granaten eingeschlagen haben

17:00 Uhr: Meldung von Frau Panarant-Jordin, dass über ihrem Hofgut ca. sechs Granaten eingeschlagen sind. Meldung wird sofort ans Fgt. 15 weitergeleitet.

Arbeiter gaben an, dass die Schäden im Garten nicht so schlimm seien. Die Granaten seien aus der Region Tüllingen abgefeuert worden.

Meldung vom Luftschutz-Hauptmann, dass das Geschütz, welches auf Allschwil gefeuert hatte, zwischen der Schetty-Fabrik und der Signalstation im Hafen stehe.

Sofort wird mit den Deutschen Kontakt aufgenommen.

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