20. Januar 1945

Verlegung der US Kräfte um Hatten

Nachdem die Amerikaner erkannt haben, dass die deutschen Bemühungen sich verlagert haben, ziehen sie imLaufe des Tages aus den Dörfern Hatten und Rittershoffen in eine weiter südlich gelegene Position ab, die auf die grosse Stadt Haguenau gestützt ist. Diese Umgruppierung verstärkt ihre Verteidigungsposition und verbessert die Dichte der amerikanischen Truppen erheblich.

Schwere Gefechte im Dreiländereck – Artilleriefeuer und Luftangriffe erschüttern die Region

Die Kriegshandlungen entlang des Rheins nehmen an Intensität zu. Erneut eskaliert die Lage, als schweres Artilleriefeuer und Luftangriffe auf beiden Seiten der Grenze zunehmen. Der Kampf beschränkt sich nicht mehr nur auf vereinzeltes Störfeuer – die Front rückt näher, und erstmals seit Wochen greifen auch Flugzeuge in die Gefechte ein.

Am Vormittag sind nur vereinzelte Schüsse aus dem Raum Bartenheim in Richtung der deutschen Festung Istein zu hören. Doch um die Mittagszeit verstärken sich die Kampfhandlungen. Um 11:07 Uhr eröffnen deutsche Geschütze aus Friedlingen das Feuer auf Hüningen. Die Franzosen reagieren mit Minenwerfern, deren Granaten den Weiler Hafen treffen. Ein französischer Panzer feuert wenig später über den Rhein.

Um 12:12 Uhr schlägt Artilleriefeuer in den Weilern Haberhäuschen und Richardshäuser ein, die bereits in den vergangenen Wochen unter schwerem Beschuss standen. Am Nachmittag kommt es zum direkten Artillerieduell: Um 16:09 Uhr feuern deutsche Geschütze aus dem Festungsgebiet von Istein für mehrere Minuten in Richtung Mulhouse. Die Einschläge sind bis ins Stadtgebiet zu spüren. Etwa 20 Minuten später setzen französische Batterien aus der Gegend von Bartenheim-Sierenz zum Gegenangriff an. Die Luft leuchtet von Schrapnell-Explosionen auf, während die Artilleriegefechte unvermindert weitergehen.

Schon um 15:30 Uhr tauchen zwei britische Spitfire-Maschinen über Hüningen und Weil auf, bevor sie in Richtung Wiesental abdrehen. Wenige Minuten später erscheint ein Geschwader von zwölf Flugzeugen über dem Elsass. Kurz darauf steigen dichte Rauchwolken über der Elsässer Hard bei Kembs auf. Gewaltige Explosionen erschüttern die Umgebung. 

Später am Nachmittag registriert man auch in Basel Einschläge in unmittelbarer Nähe. Vom badischen Rheinufer aus schiessen deutsche Einheiten auf Michelfelden und den Nordrand von St. Louis. Die Franzosen reagieren sofort: Ein Panzer fährt in St. Louis in Stellung und nimmt im Direktschuss die Schusterinsel ins Visier. Eine der bereits beschädigten Fabrikschornsteine wird erneut getroffen und stürzt mit lautem Krachen in sich zusammen.

Am Abend bleibt die Lage angespannt. Die Festung Istein gerät erneut unter massiven französischen Beschuss. Trotz der intensiven Angriffe antworten die deutschen Batterien mit weiterem Artilleriefeuer in Richtung Mulhousen. Der Himmel über dem Oberelsass flackert immer wieder von Mündungsfeuer und Explosionen auf. Währenddessen beobachten Basler Einwohner die Gefechte aus der Ferne, während der Lärm der Einschläge bis in die Stadt dringt.

 

 

 

 

 

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

10:00 Uhr: Entlassung der Bewachung Kp. 9 BS.

11:00 Uhr: Ca. 350 Kinder überqueren die Grenze bei Flüh.

12:21 - 13:16 Uhr: Fliegeralarm - Wellen von Bomberformationen aus dem Bodenseegebiet. Einflug Koblenz Pruntrut / Therwil. Starke Detonationen aus Richtung Rheinfelden. Flak in Aktion.

15:15 Uhr: An der Flüchtlingsstelle SBB Ankunft von insgesamt 244 Kindern aus Flüh. Davon reisen 200 weiter nach Rheinfelden und 144 in den Zoologischen Garten.

17:00 Uhr: Entlassung der 1. Hälfte der Bewachung Kp. 23 BS (15 Mann).

20:00 Uhr: Ablösung der Wache Bew. Kp. 2 BL Zoologischer Garten durch den Luftschutz Basel.

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