23. Januar 1945
Heftige Kämpfe im Grenzgebiet – Istein unter französischem, St. Louis unter deutschem Feuer
Alliierte Flugzeuge greifen über die Mittagszeit und am Nachmittag die Gegend um Müllheim mit Bomben an. Der erste Angriff beginnt um 13:07 Uhr und dauert mindestens drei Minuten. Die gewaltigen Detonationen lassen in Basel Fensterscheiben klirren und Gebäude erzittern. Um 13:27 Uhr folgt ein weiterer Angriff, gefolgt von einem dritten um 15:54 Uhr, der ebenso heftig ausfällt. Gleichzeitig setzen deutsche Einheiten ihre Angriffe auf französisches Gebiet fort. Ein in der Nähe des Rheinufers postiertes Geschütz beschiesst St. Louis und das benachbarte Michelfelden wiederholt mit Granaten kleineren Kalibers. Auch in Neudorf sind Einschläge zu verzeichnen. Zudem wird das Zentrum von Hüningen von deutschen Minenwerfern getroffen. Zur Mittagszeit geht ein massiver französischer Feuerschlag auf Istein und die umliegenden Gebiete nieder. Doch damit nicht genug: Am späten Abend, zwischen 22:00 und 23:00 Uhr, gerät das Festungsgebiet erneut unter heftigen Beschuss durch französische Batterien aus dem Raum südlich von Mulhouse. Die Abschüsse und Einschläge sind deutlich zu sehen und zu hören – jede Detonation wird von einem gleissenden Aufblitzen begleitet. Anscheinend richten sich einige Angriffe auch gegen Müllheim. Nach Mitternacht beruhigt sich die Lage etwas, doch vereinzelte Schüsse hallen noch in der Ferne nach.
Französischer Bunker - La casemate Garchery am Rhein in Village-Neuf. Im Hintergrund ist der Jachthafen von Weil sichtbar. Inschrift auf dem Bunker -
Die Freiwilligen der LANGUEDOC BRIGADE – 80. Infanterieregiment, die von Dezember 1944 bis April 1945 am Rhein Wache hielten, nannten diesen Aussenposten das Blockhaus des Todes.
Im Januar 1945 wurden mehrere ihrer Kameraden in der Nähe getötet.
Die Linie entlang des Elsass-Kanals besteht aus einer Reihe kleiner Kasematten vom Typ Garchery, die sich mit quadratischen Kasematten abwechseln. Der Abstand zwischen zwei Kasematten variiert zwischen 500 und 1000 m. Die Kasematten vom Typ Garchery wurden von General Garchery entworfen. Sie bestehen aus einer einzigen Kammer mit den Abmessungen 3 m x 2 m und zwei parallel zum Kanalbett angeordneten Schussschlitzen. Die dem feindlichen Feuer ausgesetzte Seite ist leicht geneigt, um die Schüsse abzulenken. Der Eingang befindet sich mittig an der gegenüberliegenden Fassade. Diese Kasematten waren mit Maschinengewehren des Kalibers 7,5 oder schweren Maschinengewehren des Typs Hotchkiss des Kalibers 13,2 bewaffnet. Die Bedienung erfolgte durch eine sechsköpfige Mannschaft.
Die Region um Kembs, Rosenau, Village-Neuf, Huningue, St-Louis, Hégenheim, Hésingue und Blotzheim war zwischen 1937 und 1940 voller kleiner Kasematten und Stützpunkte. Es werden mehrere Verteidigungslinien eingerichtet. Die erste verläuft entlang des Elsass-Kanals, die zweite entlang des Huningue-Kanals, die dritte entlang der Ostflanke der ersten Sundgauer Hügel und eine vierte Linie verläuft parallel zur Schweizer Grenze zwischen St-Louis und Hégenheim.
10:15 - 11:17 Uhr: Fliegeralarm
