6. Februar 1945

Die Durchführung des Schwerverwundetenaustausches

Über die kürzlich erfolgte Durchführung des Austausches von Schwerverwundeten wird aus dem Bundeshaus amtlich mitgeteilt:

Unter der Kontrolle des eidgenössischen politischen Departementes, Abteilung für fremde Interessen, fand auf schweizerischem Gebiet in der zweiten Hälfte des vergangenen Monats ein Austausch von insgesamt 7.100 amerikanischen, britischen und deutschen verwundeten und kriegsgefangenen Soldaten statt. Die technische Organisation dieser Aktion lag in den Händen des Oberfeldarztes der Schweizer Armee. Er setzte für die Transporte der Verwundeten zwischen Konstanz und Marseille sieben verstärkte Schweizer Sanitätszüge ein. Zudem sorgte er dafür, dass einzelne Transportsgruppen während einiger Zeit in der Schweiz untergebracht werden konnten, was sich aus transporttechnischen Gründen als notwendig erwies. Diese Gruppen wurden danach nach Konstanz oder nach Marseille weiterbefördert.

Dank der Anordnungen der Abteilung für Sanität und dem hervorragenden Verhalten der von ihr eingesetzten Sanitätsoffiziere und Pflegekräfte gestaltete sich der Austausch für alle Beteiligten erfolgreich. Dazu trug auch ganz wesentlich die Beweglichkeit der Schweizer Bundesbahnen bei, welche es trotz grosser Schwierigkeiten verstanden, die Fahrpläne so anzupassen, dass keine unerwünschten Störungen entstanden. Die Transportsgruppen wurden in Genf und Kreuzlingen durch die Zweigstellen des Schweizerischen Roten Kreuzes reichlich verpflegt. Der Territorialdienst der Armee sorgte für die Bewachung der Durchfahrtsbahnhöfe.

Gleichzeitig mit dem Verwundeten-Austausch erfolgte auch ein Austausch von Zivilpersonen, und zwar von Reichsdeutschen aus den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko gegen Angehörige nord- und iberoamerikanischer Staaten aus deutschem Gewahrsam. Beide Gruppen umfassten 860 Personen. Auch sie mussten aus Gründen der Kontrolle während einiger Zeit in der Schweiz festgehalten werden. Der Territorialdienst der Armee sorgte für ihre Unterkunft am Genfersee und in der Umgebung.

In den letzten Tagen gelangt noch deutsches Sanitätspersonal aus amerikanischem Gewahrsam und amerikanisches Sanitätspersonal aus Deutschland über Schweizerisches Gebiet zur Heimsendung. Damit ist die Aktion abgeschlossen, durch die es nahezu 10.000 Personen ermöglicht wurde, nach ihrer Heimat zurückzukehren.

Den vielen Hilfskräften, die durch ihr selbstloses Wirken Anteil am Gelingen der Transporte hatten, sei hier der Dank der Abteilung für fremde Interessen ausgesprochen.

Alliierte Schwerverletzte in Schweizer Sanitätswagen während der Durchreise durch die Schweiz Ende Januar/Februar 1945

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

08:31 - 09:43 Uhr: Fliegeralarm – Einflug mehrerer Flugzeuge bei Stein-Säckingen. Luftkämpfe über Laufenburg. Vier Fallschirmabsprünge über Brugg.

13:25 - 15:47 Uhr: Einflug vieler Flugzeuge bei Basel/Baden. Starke deutsche Flak in Aktion. Schweres Bombardement aus nordwestlicher Richtung hörbar. Schweizer Flab bei Basel in Aktion.

09:23 Uhr: Meldung vom Schifffahrtsamt: Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern bei Schwaderloch bombardiert. Wasserwelle von ca. 500 m³ zu erwarten.

Nach Rücksprache mit dem Stabchef wird Wasseralarm ausgelöst mit der Durchgabe der obigen Meldung.

09:50 Uhr: Neue Meldung trifft ein: Nach Rücksprache mit der Grenzbrigade 5 wird erklärt, dass das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern nicht getroffen wurde, sondern eine in der Nähe befindliche Fabrik. Keine Wassergefahr.

09:55 Uhr: Die Meldung wird an alle Stellen weitergegeben.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.