7. Februar 1945

Das Badische Rheinufer von Istein bis Colmar unter französischem Artilleriefeuer

In den letzten Tagen war das badische Rheinufer von Istein bis Colmar wiederholt von heftigem französischem Artilleriefeuer betroffen. Während der Nacht hallte das schwere Trommelfeuer über die Region, mit deutlichen Feuerscheinzeichen, die in der Ferne am Horizont, in Richtung Breisach, zu sehen waren und erst nach Tagesanbruch langsam verblassten.

Am Dienstagmorgen, als sich die Nebel verzogen, konnten die Bewohner zwischen Stein, Sädingen und Laufenburg Luftkämpfe beobachten, bei denen mehrere deutsche und alliierte Flugzeuge in Fallschirmen absprangen. Der Angriff auf Ibrud, von dem an anderer Stelle berichtet wurde, leitete diese Luftkämpfe ein. Über die Mittagszeit wurde die Region zwischen Basel und der Dreiländergrenze wiederholt von alliierter Luftwaffe überflogen, was die Schweizer Fliegerabwehr in Tätigkeit versetzte. Währenddessen hörte man erneut Bombardierungen aus dem Raum Müllheim, mit mehreren Angriffen gegen 13:14 Uhr und 13:47 Uhr.

Am frühen Nachmittag, um 12:50 Uhr, setzte das Trommelfeuer zwischen Colmar und Breisach wieder ein, wobei die Detonationen den Raum zwischen den beiden Städten über eine längere Zeit erschütterten. Gegen Abend verlagerte sich das Feuer weiter in Richtung Breisach, wobei die Intensität noch zunahm.

Zerstörtes Breisach im Februar 1945 – Zeitgenössische Postkarte - Kolorierung Patrick Schlenker

In den Abendstunden und während der Nacht zum Mittwoch war von Basel aus das unaufhörliche Hämmern der französischen Artillerie zu hören. Die meisten Detonationen, die von der Grenze aus zu hören waren, stellten sich als Einschläge heraus, die aufblitzten, besonders entlang der Frontlinie nördlich des Isteiner Klosters und bis hin nach Schliengen und Müllheim. Die französischen Geschütze in dieser Region, vorwiegend im oberelsässischen Hügelgelände westlich von Blotzheim bis Sierens stationiert, feuerten nicht nur in Richtung Istein, sondern auch weiter nordwärts.

Es konnte auch ein einzelner Scheinwerfer beobachtet werden, der gegen Mitternacht auf dem Hügel südlich von Istein aufblitzte, jedoch ohne sich zu bewegen, als ob er plötzlich erstarrt wäre. Zudem stiegen zwischen 17:05 und 17:20 Uhr Leuchtraketen über Märkt auf.

Um 02:00 Uhr früh, am nächsten Tag, begann auf den Hügeln bei Istein eine seltsame Erscheinung. Drei Lichtquellen, die nord- oder nordwestlich von Istein lagen, beleuchteten das ganze Hügelgebiet bis zum Kandertal. Diese Lichter, vermutlich von Scheinwerfern, erhellten die Kammhöhe so stark, dass man mit dem Fernglas alle Details der Landschaft erkennen konnte. Die genaue Ursache und der Zweck dieser Beleuchtung blieben zu diesem Zeitpunkt unklar.

In dieser Nacht war auch von Kleinhüningen und Friedlingen wieder ein Geräusch zu vernehmen, als französische Minenwerfer Geschosse abfeuerten, die in Fabrikgebäuden an der Schweizer Grenze explodierten. Das Maschinengewehrfeuer des Vortages war jedoch weit weniger intensiv.

Die intensive Artillerie und die Luftkämpfe über der Region setzten sich fort und markierten die fortwährende militärische Auseinandersetzung in diesem strategisch wichtigen Grenzgebiet.

Tagesbefehl General Delattre de Tassignys

Paris, 7. Februar (AFP) General Delattre de Tassigny hat an die amerikanischen und französischen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der französischen 1. Armee einen Tagesbefehl erlassen, in dem es unter anderem heisst:

„Ich will das Ende dieser erbitterten, siegreichen Schlacht nicht abwarten, um Euch meine Freude und Dankbarkeit mitzuteilen. Seit nahezu drei Wochen lasse ich Euch keine Ruhe, und Tag und Nacht rufe ich Euch hart und unaufhörlich vorwärts! Es musste so sein, denn keine Aufgabe war gebieterischer und schöner als die Rettung Strassburgs und die endgültige Befreiung des Elsass. Keine Aufgabe war reicher in ihren militärischen und politischen Ergebnissen. Ihr alle habt das verstanden, und, von Kälte durchdrungen und erschöpft, habt Ihr die höchste Energie gefunden, um die unerbittliche Energie des Feindes zu besiegen. Ich danke Euch, meine amerikanischen Kameraden, die Ihr mit Eurer Tapferkeit dazu beigetragen habt und die Ihr nichts geschont habt, weder Eure Waffen noch Euer Blut, um uns zu helfen. Ihr, meine französischen Kameraden, werdet mit Stolz behaupten können, dass Ihr das grosse nationale Werk vollbracht habt, von dem unsere Kinder mit Bewegung und Respekt sprechen werden. Der Feind ist vom heiligen Boden Frankreichs vertrieben, er wird nicht mehr zurückkehren.“

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

03:37 - 03:55 Uhr: Fliegeralarm

08:30 Uhr: Die Büroräume 7, 8, 9 und 17 des Territorial-Kommandos (Ter. Kdo.) werden neu tapeziert.

14:40 Uhr: Beobachtungsposten des Silos meldet Einschlag von vier Artilleriegeschossen beim Hafenbecken 2 an der Grenzstrasse – Anlegeplatz Thenus. Keine Verletzten.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.