9. Februar 1945

Andauerndes Artilleriefeuer auf das badische Rheinufer

Die Kämpfe nördlich von Basel konzentrierten sich in den letzten 48 Stunden vor allem auf die Nachtstunden. Während der Tageszeit war das Artillerie- und Maschinengewehrfeuer wesentlich schwächer. Die Ziele der französischen Artillerie blieben jedoch fast unverändert: Unter heftigem Feuer lag weiterhin das gesamte Gebiet von Kleinkembs bis Müllheim, und auf der linken Rheinseite vermutlich auch das durch den vorspringenden Isteiner Klotz verdeckte Niffer (nördlich von Kembs).

Am Abend und in der Nacht nahm die Intensität der Kämpfe im gesamten Gebiet wieder deutlich zu. In östlicher Richtung hinter dem Istein war eine Brandröhre sichtbar, die etwa anderthalb Stunden lang anhielt. In der Folge konnten viele verschiedene Lichtsignale beobachtet werden, hauptsächlich in Richtung Niffer und Istein. Weisse und orangefarbige Leuchtraketen stiegen auf. Schwere französische Batterien nahmen abends bei Helfrantskirch ihre Positionen ein. Die Abschüsse wurden in Basel wie riesige Hammerschläge wahrgenommen und richteten sich vorwiegend in den Raum zwischen Niffer und Müllheim. Wie schon in der Vornacht wurde dieses Gebiet auch von Norden her beschossen. Das Feuer hielt bis gegen Mitternacht an.

Auf dem Isteiner Hügelrücken war auch in der Nacht erneut eine Beleuchtung sichtbar, wie sie bereits in der Vornacht beobachtet worden war. Diese war jedoch nicht mehr so grell wie in der Nacht zuvor, als zwischen 3 und 4 Uhr sechs Scheinwerfer gezählt werden konnten. In unmittelbarer Grenznähe entwickelte sich gegen Mitternacht wieder ein heftiges Maschinengewehrduell zwischen Hüningen und Friedlingen. Eine Zeit lang feuerten alle französischen Bunker mit Leuchtspurmunition.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

11:05 - 11:53 Uhr: Fliegeralarm

11:30 Uhr: Oblt. Nyfeler der 8. Division der Barackenverwaltung meldet sich zwecks Kontrolle der gelieferten Baracken für das Hilfsspital. Er erwähnt, dass die Barackenverwaltung allenfalls in der Lage ist, weitere Baracken zu liefern.

14:00 Uhr: Maj. Zaugg inspiziert die Baracken beim Hilfsspital.

14:31 - 16:25 Uhr: Fliegeralarm - Verband fremder Flugzeuge über Basel. Schweizer Flabbeschuss. Angriff auf Ortschaft bei Bartenheim mit Bordwaffen.

Hilfsspital an der Burgfelderstrasse 

Basels Hilfsspital wurde eingerichtet, um im Notfall weitere Verwundete, Flüchtlinge und Zivilpersonen medizinisch zu versorgen. Diese Einrichtung gehörte zur schweizerischen Zivilverteidigung und sollte die regulären Krankenhäuser Basels entlasten, falls es zu einer hohen Zahl an Verletzten kam. Die Räumlichkeiten des Spitals befanden sich in bestehenden Gebäuden, wurden jedoch im Februar 1945 mit Baracken erweitert, um zusätzlichen Platz für Patienten zu schaffen. Moderne medizinische Geräte, ausreichend Verbandsmaterial und eine gute hygienische Infrastruktur sorgten dafür, dass eine effektive Behandlung gewährleistet war.

Das Spital wurde von zivilen Ärzten, Pflegekräften, aber auch von Sanitätssoldaten betrieben, die in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und freiwilligen Helfern die Patienten versorgten. Regelmässige Inspektionen stellten sicher, dass die Abläufe reibungslos funktionierten und die Versorgung sichergestellt war. Anfang 1945 wurde das Spital stark beansprucht, als täglich hunderte Flüchtlingskinder aus dem Elsass und Baden in die Schweiz kamen. Viele von ihnen waren geschwächt und litten unter den Strapazen der Flucht, sodass die medizinische Betreuung im Hilfsspital von zentraler Bedeutung war.

Zusätzlich diente die Einrichtung auch als Quarantänelager, um die Ausbreitung von Krankheiten unter den Flüchtlingen zu verhindern. Ärzte und Sanitätspersonal arbeiteten unter hohem Druck, um die Ankommenden zu untersuchen, sie gegebenenfalls zu isolieren und weiterführende Massnahmen einzuleiten.

Das Hilfsspital an der Burgfelderstrasse, Ecke Luzernerring - Foto Staatsarchiv Basel - NEG 3391 Burgfelderstrasse (Hilfsspital) / Fotoarchiv Wolf - Kolorierung Patrick Schlenker

  

Gebäude des Hilfsspitals an der Burgfelderstrasse 101 - heute befindet sich in dem selben gebäude die Baugenossenschaft wohnen&mehr mit der Adresse Westfeld 2. - Foto Staatsarchiv Basel - NEG 8777 Burgfelderstrasse 101 (Hilfsspital) / Fotoarchiv Wolf - Kolorierung Patrick Schlenker

 

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