10. Februar 1945

Weiteres Artilleriefeuer auf das badische Rheinufer

Die Beschiessung des selben Abschnitts wie die Tage zuvor (von Kleinkembs bis Müllheim) hielt bis zum Morgen an und dauerte bis zum Tagesanbruch. Am Vormittag blieb es ruhig, bis kurz nach 11:00 Uhr aus dem Raum Blotzheim wieder Schüsse in die Umgebung von Istein abgefeuert wurden. Um 13.50 Uhr traten die französischen Batterien westlich von Bartenheim in Aktion. Ihr Ziel war der Hügelrücken des Isteins, insbesondere der Schafberg, gegen den eine Stunde später auch Schrapnells gerichtet wurden. Über der Erde war deutlich zu sehen, wie tiefe schwarze Wolken durch die Explosionsgeschosse entstanden. In das Gebiet zwischen Haberhäuser und Neudorf sandte ein deutsches Geschütz aus dem Eingang des Kandertals eine Reihe Granaten. Zwischen Hüningen und Friedlingen wurden zudem gegenseitig Geschosse aus Minenwerfern gewechselt. Um 14.25 Uhr flogen drei Granaten aus westlicher Richtung auf Schweizer Gebiet und schlugen im Hafenbereich von Basel ein, wobei jedoch nur geringer Sachschaden entstand. Vorsorglich wurde in diesem Teil des Rheinhafens der Betriebsalarm ausgelöst.

Augenzeugenbericht:

Das Auftauchen französischer Aufklärungsflugzeuge vom Typ Fieseler Storch lässt darauf schliessen, dass die französische Artillerie wieder neue Ziele im badischen Hinterland sucht. Die Batterien schiessen sich am späten Vormittag und über die Mittagszeit mit Rauchgranaten ein. Die bekannten Rauchpilze steigen bei Elmeldingen, in der Gegend von Egringen und Schallbach sowie auf dem Schafberg, östlich des Isteiner Klokes, auf. Das Artilleriefeuer trifft aber auch noch verschiedene andere Ziele. So wird gegen einen deutschen Bunker zwischen dem Rhein und Haltingen, gegen Haltingen selbst und in das Kandertal geschossen.

Eine grössere Anzahl Granaten schlägt zu verschiedenen Tageszeiten in Lörrach ein. Es entsteht erheblicher Sachschaden, besonders auch in der Gegend des Bahnhofs. Die Grenzgänger aus Basel haben am Morgen wie üblich ihre Arbeitsstätten in Lörrach ausgesucht. Da die Situation aber zu gefährlich wird, kehren sie bald wieder auf Schweizer Boden zurück. Die Vorbereitungen zum Abtransport der Frauen und Kinder aus Lörrach werden jetzt beschleunigt. Ein erster Schub ist bereits bewerkstelligt worden. Deutsche Geschütze feuern in den Raum Blodelheim, aus welchem Richtung die Angriffe auf Lörrach offenbar vermutet werden. Ferner wird von der Mittagszeit an Hüningen aus einem deutschen Minenwerfer beschossen.

Im Laufe des Nachmittags, des Abends und in der Nacht zum Mittwoch, den 11.1.45 ist die Tätigkeit der alliierten Luftwaffe wieder sehr rege. Man beobachtet Formationen von bis zu zwölf Maschinen über der Dreiländerecke und zum Teil auch über Basel selbst, weshalb in kurzen Abständen Fliegeralarm ausgelöst werden muss. 

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