12. Februar 1945
Die Zerstörung des Stauwehrs des Kraftwerks Kembs durch die Deutschen
In der Nacht konnte von der Grenze aus eine gewaltige Detonation in Richtung des Stauwehrs des Kraftwerks Kembs beobachtet werden. Das Kraftwerk liegt etwa 3½ Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, rheinabwärts auf der Höhe von Märkt. Gleichzeitig war ein riesiger Feuerschein sichtbar. Zwei Brände in unmittelbarer Nähe entstanden, die etwa 2½ Stunden lang andauerten.
Nach Tagesanbruch musste festgestellt werden, dass von deutscher Seite aus eine Sprengung am Stauwehr vorgenommen worden war, die weitaus schwerere Zerstörungen angerichtet hatte als das Bombardement durch alliierte Flugzeuge am 8. Oktober 1944. Die Schützen 3 und 4 wurden ausgehängt und liegen schräg im Wasser. Das gesamte Tragwerk über diesen Schützen ist eingebrochen und hängt nun in den Fluss hinunter. Auch der Dienststeg in der Mitte wurde vollständig zerstört. Aus der Ferne sind die schweren Schäden deutlich zu erkennen, da der gesamte Mittelteil des Stauwehrs zusammengebrochen ist. An den Pfeilern ist aus der Distanz jedoch kein Schaden festzustellen.
Die von den Deutschen vorgenommene Zerstörung stellt ein enormes Hindernis für die Wiederaufnahme der Rheinschifffahrt dar, da es erhebliche Zeit in Anspruch nehmen wird, diese schweren Schäden zu beheben.
Zerstörter Mittelteil des Stauwehrs durch die Sprengung der Deutschen - Foto Privatarchiv
