20. Februar 1945
Stühlingen bombardiert / Basels längster Alarm
Um 10:02 Uhr erschienen 12 amerikanische "Thunderbolt"-Jäger im Luftraum nahe der Schweizer Grenze bei Schleitheim. Sie griffen Bahnanlagen in der badischen Nachbargemeinde Stühlingen an, wobei etwa 10 Bomben abgeworfen wurden. Die Detonationen führten in Oberwiesen, einem Ortsteil von Schleitheim, zu erheblichen Schäden: In allen 14 Häusern gingen Fensterscheiben zu Bruch, mehrere Dächer wurden beschädigt, und Gipsdecken stürzten ein. Besonders betroffen waren die Parkettfabrik Gonon und die Tuchfabrik Oberwiesen, die beide erhebliche Sachschäden erlitten, was zur vorübergehenden Stilllegung der Tuchfabrik führte.
Das Ziel des Angriffs war der Bahnhof, auf dem sich zur Zeit des Bombenabwurfs ein Güterzug befand. Auch auf der Schweizer Seite wurden durch den Luftdruck Fenster zerschlagen, so unter anderem am Zollgebäude.
Basel
Nach den drei Fliegeralarmen zwischen Mitternacht und Morgengrauen, die zusammen 106 Minuten dauerten, folgte in Basel ab 10:40 Uhr der längste Alarm, der bisher verzeichnet wurde. Dieser Alarm dauerte 4 Stunden und 43 Minuten, bis 15:23 Uhr. Während dieser Zeit flogen wiederholt kleinere Formationen fremder Flugzeuge über die Nordwestschweiz und Basel. Die Hauptaktionen fanden jedoch weiter entfernt statt.
Das schlechte Wetter bedingte die Fliegertätigkeit am Abend. Doch nach Mitternacht, um 00:11 Uhr, heulten erneut die Sirenen, als wieder das Motorengeräusch von Flugzeugen über dem Stadtgebiet zu hören war.
Territorial-Kommando
Aus den Berichten der Schweizer Armee:
00:48 - 01:11 Uhr: Fliegeralarm
04:16 - 04:55 Uhr: Fliegeralarm
05:08 - 05:53 Uhr: Fliegeralarm
10:40 - 15:23 Uhr: Fliegeralarm – Zahlreiche Einflüge bei Basel. Bombenabwürfe zwischen Koblenz und Schaffhausen auf deutsches Gebiet. Starkes Artilleriefeuer auf Leopoldshöhe. Weitere Grenzverletzungen bis Luzern.
