22. Februar 1945

Am 22. Februar 1945 kam es in der ganzen Schweiz zu einer grossen Anzahl von Luftraumverletzungen, wie auch Beschuss und Bombenabwürfe in der ganzen Schweiz, dies als Folge der Operation Clarion.

Operation Clarion

Operation durchgeführt am 22. und 23. Februar 1945, war eine gross angelegte Luftoffensive der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs. Ziel war die Zerstörung des deutschen Verkehrsnetzes, um die Mobilität der Wehrmacht einzuschränken und die absolute Luftüberlegenheit der Alliierten zu demonstrieren.

Operation Clarion, durchgeführt am 22. und 23. Februar 1945, war eine der grössten Luftoffensiven der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs. Ziel dieser weitreichenden Angriffsoperation war es, das deutsche Verkehrsnetz zu zerstören, um die Mobilität der Wehrmacht stark einzuschränken und gleichzeitig die absolute Luftüberlegenheit der Alliierten zu demonstrieren. Die Planung der Operation begann bereits im September 1944, als General Henry H. Arnold vorschlug, mit einer grossangelegten Luftangriffskampagne bisher verschonte Ziele im Deutschen Reich zu treffen. Aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen und anderer militärischer Prioritäten wurde die Umsetzung jedoch mehrfach verschoben. Anfang 1945, als die westalliierten Bodentruppen sich auf die Rheinüberquerung vorbereiteten, erhielt die Luftwaffe den Auftrag, durch präzise Angriffe auf das deutsche Verkehrsnetz die Offensive am Boden zu unterstützen.

Die Operation, die von Generalleutnant Carl Spaatz geplant wurde, richtete sich gegen Bahnhöfe, Rangierbahnhöfe, Brücken, Flusstransportschiffe und andere wichtige Infrastrukturen. Beteiligt waren rund 9.000 Flugzeuge, darunter 3.500 Bomber und 3.000 Kampfflugzeuge der United States Army Air Forces (USAAF) und der Royal Air Force (RAF). Die Ziele lagen über ein weitläufiges Gebiet verteilt, das sich von Emden bis Wien und von Berlin bis zum Bodensee erstreckte. Zum Einsatz kamen Langstreckenbomber wie die B-17 Flying Fortress und die B-24 Liberator sowie mittelschwere Bomber. Um eine höhere Treffgenauigkeit zu erzielen, flogen die Bomber in vergleichsweise niedriger Höhe.

B-24 Bomber auf einer Startbahn in England

Am ersten Tag der Operation konzentrierten sich die Angriffe auf Ziele in Nord- und Mitteldeutschland, darunter Bahnknotenpunkte, Rangierbahnhöfe und Eisenbahnbrücken. Die 8th Air Force der USAAF setzte über 1.300 Bomber und 800 Kampfflugzeuge ein, um mehr als 20 Ziele zu bombardieren. Parallel dazu griffen weitere Einheiten der USAAF und RAF Ziele in West- und Süddeutschland an. Die Angriffe verursachten erhebliche Schäden an der Infrastruktur und führten zu hohen Verlusten an Lokomotiven, Waggons und Brücken. Am zweiten Tag wurden die Angriffe in geringerem Umfang fortgesetzt. Besonders stark betroffen waren Bahnanlagen in Städten wie Ansbach, Plauen, Kitzingen und Meiningen. Gleichzeitig kam es zu hohen zivilen Opferzahlen, da viele Bahnhöfe zentral in Städten lagen und während der Angriffe stark frequentiert waren.

Obwohl die Angriffe das deutsche Verkehrsnetz kurzfristig stark beeinträchtigten, waren die Schäden nur von begrenzter Dauer. Die Reparaturarbeiten ermöglichten es, den Betrieb schnell wieder aufzunehmen. Das britische Joint Intelligence Committee bewertete die Operation als wenig effektiv, da sie keine nachhaltige Schwächung der deutschen Kriegsführung bewirkte. Trotz dieser Einschätzung demonstrierte Operation Clarion eindrucksvoll die überwältigende Luftüberlegenheit der Alliierten und trug dazu bei, die deutschen Ressourcen weiter zu erschöpfen. Die Verluste der Alliierten blieben vergleichsweise gering, dennoch wurden ähnliche Angriffsoperationen in der Folge nicht wiederholt.

Zahlreiche Abwürfe in der Schweiz mit 18 Totesopfern

Während des ganzen 22. Februar 1945 kam es in der Schweiz zu zahlreichen Bombenabwürfen mit zahlreichen Totesopfern.

In Rafz, im Kanton Zürich starben die Angehörigen der Familie Siegrist, als eine der sechs abgeworfenen Bomben um 12:42 Uhr ihr Haus trifft und komplett zerstört. Der US Bomber wurde vom Flab- und Scheinwerferdetachement 33 in Eglisau-Glattfelden beschossen, als dieser 12:25 Uhr über dem Gebiet auftauchte. Für Vater, Mutter, ihre fünf Kindern, sowie die auf Besuch weilende Schwester kam jede Hilfe zu spät. Einzig der Sohn überlebte, das er zur Zeit der Bombardierung auf dem Rückweg vom Zeitung holen war und sich nicht im Gebäude befand. Es enstand an mehrerer Gebäuden weiterer Sachschaden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Zerstörungen in Rafz am 22.2.1945 - Foto Zeitungsartikel

Amerikanisch Jagdflugzeuge griffen um 12:20 Uhr den Beobachtungsposten Lohn SH mit Bordwaffen an. Dabei wurden zwei Soldaten verletzt.  Der Posten wurde von 30–40 Geschossen getroffen, die auch Schäden an Gebäuden, Dachziegeln und Fenstern verursachten.

Ein Paar Minuten später, um 12:02 Uhr entlädt ein US Bomber 10 Bomben auf offenes Gelände in der Nähe des Schlossguts Castell Tägerwilen. Neben grossem Flurschaden wwurden auch Hindernisse des Festungsgürtels Kreuzlingen beschädigt. Eine Bombe war unweit eines Infanteriebunkers eingeschlagen. 

Bombenkrater zwischen den Hindernissen des Festungsgürtels Kreuzlingen - Foto Privatarchiv

Weitere Abwürfe gibt es kurz nach 12:30 Uhr in Neuhausen. Schon zwischen 11:04 und 11:40 Uhr fliegen etwa 250 bis 300 Flugzeuge, zum Teil sehr gut sichtbar, in östlicher Richtung über Neuhausen am Rheinfall hinweg. Ein Bombeneinschlag in den Gemüsegarten hinter einem dreistöckigen Wohnhaus an der Sägereistrasse 10 führt zu schweren Schäden: Fenster und Rahmen werden herausgerissen, und der mittlere Teil der Hausfront stürzt ein. Sieben Familien mit insgesamt 23 Personen werden obdachlos. Drei Personen erleiden leichte Verletzungen. Ein Todesfall tritt indirekt im Aluminiumwalzwerk Neuhausen durch einen vermuteten Herzinfarkt ein.

In der Umgebung entstehen weitere Schäden: Bomben treffen auch einen nahegelegenen Wald, wodurch ein geschätzter Schaden von 20.000 bis 25.000 Franken durch zerstörte Bäume entsteht. Der Sachschaden am zerstörten Haus wird auf 90.000 Franken beziffert, während umliegende Gebäude etwa 1.300 zerstörte Fensterscheiben melden.

Um 12:32 Uhr entlädt die von Lt. Leslie Lenox (*11.October 1923 – † 18. Dezember 2012) pilotierte und in Horham (Grafschaft Suffolk in der Region East Anglia im Osten Englands) gestartete B-17 mit den Namen „Starduster“ der 336th Bomb Squadron - 95th Bomber Group über Stein am Rhein ihre zwölf 250-kg-Bomben. Ihr primäres Ziel wäre deutsche Infrastruktur in Kitzingen bei Würzburg. Da zuvor schon zweimal Fliegeralarm ausgelöst wurde, stehen viele Bewohner auf der Strasse oder beobachten den anfliegenden Bomber, ohne sich in den Schutzraum zu begeben. Die Bombardierung des einzelnen Bombers fordert insgesamt neun Todesopfer (vier Frauen, vier Mädchen und ein Junge), 33 Verletzte und macht 54 Menschen obdachlos. Sechs Häuser werden vollständig zerstört, 24 weitere Gebäude sowie vier Betriebe schwer beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf 3.15 Millionan Franken.

B-17 Code ET-E der 336th Bomb Squadron - 95th Bomber Group in Horham / England - Foto Quelle https://www.americanairmuseum.com/

Besatzung der B-17 „Starduster“

  • Pilot: Leslie Lenox
  • Co-Pilot: James McGee
  • Navigator: Robert Evans
  • Bombenschütze: John Whitman
  • Flugingenieur & oberer Turmschütze: William Turner
  • Funker: George Harris
  • Heckschütze: Frank Miller
  • Seitenschütze (links): Daniel Carter
  • Seitenschütze (rechts): Joseph Blake
  • Unterer Kugelturmschütze: Edward Nolan

Zerstörtes Gebäude "zur Herberge" in Stein am Rhein - Foto Zeitungsartikel Privatarchiv

Um 12:35 Uhr erfolgt ein weiterer Bombenabwurf bei Beringen. Der Angriff gilt vermutlich dem WB-Bahntrassee, das jedoch nicht getroffen wird. Der nächste Bombentrichter liegt etwa 70 Meter vom Bahnkörper entfernt. Eine Strassenbahn, die mit entlassenen Militärpersonen besetzt ist, befindet sich nur 150 Meter von der Einschlagstelle entfernt und erleidet Schäden am Dach. Es gibt keine Verletzten.

Zwischen Niederdorf und Bennwil im Kanton Basellandschaft schlagen beim Hofgut „Unterer Känel“, nordöstlich des Dorfes, um 12:55 Uhr zehn Bomben ein, die ein US-Bomber aus etwa 5000 Metern Höhe abwirft. Die Frau des Gutbesitzers wird dabei am Fuss verletzt, als sie sich mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter im Garten aufhält. Siehe Beitrag weiter unten.

Gegen 13:15 Uhr wird das abgelegene Dorf Vals im Kanton Graubünden von einem einzelnen amerikanischen Bombenflugzeug überflogen und bombardiert. Die Maschine nähert sich aus nördlicher Richtung und entlädt in etwa 1800 Metern Höhe ihre zehn 500-Pfund-Bomben. Acht davon explodieren, zwei bleiben als Blindgänger zurück. Die Bomben schlagen in einer Reihe mit einem Abstand von etwa 15 Metern ein, drei weitere detonieren an einem Hang hinter dem Dorf. Ein Blindgänger landet oberhalb des Dorfes am Steilhang, ein weiterer wird über eine Häusergruppe hinweg in ein Bachbett geschleudert.

Die Explosionen verursachen massive Schäden. Eine Frau, die mit ihren zwei kleinen Kindern über den Dorfplatz spaziert, verliert dabei ihren zweieinhalbjährigen Sohn, der von einem Stein tödlich getroffen wird. Ein weiterer Dorfbewohner erliegt später seinen schweren inneren Verletzungen. Zwei weitere Personen erleiden schwere Verletzungen: Eine Frau verliert ihren linken Fuss durch Abriss, eine andere erleidet eine Schädelfraktur. Zudem werden fünf weitere Dorfbewohner leicht verletzt, darunter mehrere Kinder.

Neben den menschlichen Opfern sind auch die Sachschäden erheblich. Zwei Häuser werden schwer beschädigt, zwei weitere sowie ein Stall erleiden starke Schäden. Etwa 20 weitere Gebäude weisen leichtere Beschädigungen auf. Die elektrische Leitung wird zerstört, und rund 2000 Quadratmeter Flur werden durch die Explosionen verwüstet.

Zerstörte Gebäude in Vals am Tag nach der Bombardierung durch einen US Bomber - Foto Privatarchiv - Kolorierung Patrick Schlenker

Um 13:55 Uhr beschiesst ein Jagdflugzeug aus einer Gruppe von neun Flugzeugen den Personenzug zwischen Neunkirch und Schaffhausen. Das Zugpersonal erkennt den bevorstehenden Angriff und beschleunigt den Zug in Richtung Schaffhausen. Schliesslich hält der Zug an einem Bahnkörperabschnitt, wo die Reisenden aufgefordert werden, den Zug zu verlassen. Der Angriff dauert nur kurz, und dank des schnellen Handelns des Zugpersonals wird Schaden an Menschen und Material vermieden.

Zeitgleich entlädt ein US-Bomber fünf 500-Pfund-Bomben auf ein Feld ausserhalb des Rheintals. Diese verursachen erhebliche Krater in den Feldern, jedoch keine Personenschäden. Weitere Bombeneinschläge werden bei Mastrils und Untervaz festgestellt, wobei Trichter mit bis zu fünf Metern Durchmesser entstehen.

Gegen 14:00 Uhr, während die Mitarbeiter am Bahnhof Otelfingen mit der Zusammenstellung eines Güterzugs mit 51 leeren Weintankwagen der Genfer Firma Blenk & Fert beschäftigt sind, greift ein einzelnes Flugzeug aus einem Verband von neun amerikanischen Flugzeugen den Bahnhof an. Die Maschinengewehrsalven verursachen Einschläge links und rechts des Zugpersonals. Glücklicherweise werden dabei keine Personen verletzt. Es entsteht Sachschaden an 22 Wagen. Insgesamt werden 59 Einschüsse gezählt.

Auch in Jägerwilen (Thurgau) gibt es Abwürfe. Es entsteht Sach- und Kulturschaden.

Grenzverletzung durch Handfeuerwaffenbeschuss in Basel

Gegen 10:30 Uhr werden auf den Baustellen nahe der deutschen Grenze, in der Umgebung des Gaswerks, etwa 10 bis 15 Schüsse aus einer Maschinenpistole abgegeben. Eine Kugel durchschlägt die Kabine der Kabel des Portalkrans und bleibt dort stecken. Weitere Geschosse treffen die obere Plattform, prallen ab und beschädigen eine Kohlebürste des Stromabnehmers.

Gleichzeitig wird das Gelände der „Satram“ (Transbordement et Manutention S.A.), Basel, Grenzstrasse 4, am Hafenbecken II, von fremdem Gewehrfeuer getroffen. Dabei entstehen Schäden an einer Mauer, einer Tür sowie an zwei Fensterscheiben. Personen werden nicht verletzt.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls herrscht dichter Nebel, sodass die Sicht stark eingeschränkt ist. Die Kriegstechnische Abteilung des Eidgenössischen Militärdepartements untersucht die sichergestellten Geschossteile und stellt fest, dass eines davon der Mantel einer Gewehrpatrone vermutlich amerikanischer Konstruktion ist. Eine genauere Bestimmung der Herkunft ist aufgrund des gefundenen Splitters nicht möglich. Beim zweiten Projektil handelt es sich um eine 7,5-mm-Gewehrpatrone französischer Herkunft.

Tankanlagen der „Satram“ (Transbordement et Manutention S.A.) Basel, an der Grenzstrasse 4 beim Hafenbecken II - Foto Staatsarchiv Basel - BSL 1060c 3/1/3260 - Rheinhafen: Wellen und Reflexionen auf dem Rhein, dahinter ein Tanklager, "Satram" / Foto Jeck, Basel - Kolorierung Patrick Schlenker

Bombardierung von Niederdorf BL

Bombentrichter beim Hofgut „Unterer Känel“, zwischen Niederdorf und Bennwil umringt von Schulkkindern - Foto und Kolorierung Patrick Schlenker

Um 12:55 Uhr überfliegt ein US-Bomber aus östlicher Richtung kommend das Gebiet der Gemeinde Niederdorf im Kanton Baselland in etwa 5000 Metern Höhe. Über dem Hofgut „Unterer Känel“, zwischen Niederdorf und Bennwil, lässt das Flugzeug eine Bombenlast ab, wobei elf Sprengkörper auf offenes Gelände fallen und explodieren. Die Explosionen verursachen erheblichen Flurschaden auf dem betroffenen Gebiet.

Die Bomben fallen in einem Umkreis von etwa 300 Metern rund um den Bauernhof, was zu massiven Zerstörungen führt. Besonders betroffen ist das Hofgelände, wo Fensterscheiben zerbersten und Ziegel an den Gebäuden zerstört werden. Auch ein etwa 300 Meter entfernt stehender Heuschober wird durch die Explosionen beschädigt.

Während der Explosion befindet sich die Bäuerin Martha Wenger-Häring mit ihrem Ehemann und ihrer fünfjährigen Tochter im Freien. Sie sind gerade dabei, ein Waschseil neben dem Hofgut aufzuspannen. Durch die Druckwelle der Explosion erleidet die Bäuerin eine leichte Quetschung am rechten Fussknöchel. Der zugezogene Arzt aus Waldenburg erklärt die Verletzung als ungefährlich.

Die Explosion löst umgehend einen Einsatz von militärischen und polizeilichen Kräften aus. Ein Zug der Schützenkompanie 1/1, der in Niederdorf stationiert ist, trifft schnell am Ereignisort ein und sperrt das betroffene Gelände ab. Auch die Ortswehr von Niederdorf kommt zum Einsatz und sichert die Gefahrenzone. Etwa um 14:30 Uhr wird die Ortswehr wieder entlassen.

Parallel zu den polizeilichen und militärischen Massnahmen wird der Schaden durch die Kantonspolizei Baselland erfasst. Beamte des Erkennungsdienstes fotografieren das beschädigte Gelände, um Beweise für die Ermittlungen zu sichern. Auch der Besitzer des Hofgutes „Unterer Känel“, Fritz Wenger-Häring, sowie der Zugführer der Schützenkompanie, Oberleutnant Rupp, bestätigen, dass das Flugzeug vor dem Abwurf der Bomben mit Bordwaffen geschossen hat.

Zur weiteren Untersuchung werden die gesammelten Bombensplitter von der Polizei am 23. Februar 1945 an die Kriegstechnische Abteilung (KTA) zur Analyse weitergeleitet. Diese stellt fest, dass es sich bei den explodierten Bomben um 500-Pfund-Bomben amerikanischer Konstruktion handelt. Es werden keine Blindgänger festgestellt.

Ein späterer Bericht weist darauf hin, dass am selben Tag, zur gleichen Zeit, auch ein weiterer Splitterbombenabwurf in der Nähe von Bennwil, auf das Bauernhaus „Gründen“, stattgefunden hat. Dieser Vorfall führt jedoch nur zu geringfügigen Schäden, wie zerschlagenen Ziegeln am Gebäude.

Die ursprüngliche Meldung, dass ein Bomber abgestürzt sei, stellt sich später als unzutreffend heraus. Der Vorfall betrifft ausschliesslich den Bombenabwurf und nicht einen Flugzeugabsturz. Trotz der erheblichen Schäden und der Verletzung der Bäuerin kann die Situation relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden. Polizei und Militär ergreifen umfassende Massnahmen, um das Gelände abzusichern und den Vorfall zu dokumentieren.

Allschwil BL

In Allschwil BL gerät ein Holzschuppen hinter dem Restaurant „Paradies“ in Brand. Der Schuppen, der an die Kegelbahn des Restaurants angebaut ist, dient als Lager für verschiedene Gegenstände. Darin befinden sich Gartentische, Bänke, ein Fussballtisch, zehn grosse Gartenschirme sowie ein etwa 50 cm hoher Haufen Heu. Das Feuer zerstört den Schuppen und seinen Inhalt nahezu vollständig. Lediglich Teile des angebrannten Gebälks bleiben erhalten.

Das Polizeikommando Baselland führt eine Untersuchung durch. Diese ergibt keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung. Wie im Rapport des Pol. Kdo. zu entnehmen ist, hat auch der Eigentümer des Schuppens keinen ersichtlichen Grund, einen Brand zu legen. Die Ermittlungen lassen zwei mögliche Szenarien für den Ausbruch des Feuers erkennen: Eine fremde Person könnte den Schuppen betreten haben, um nach Kleintieren zu suchen, und dabei ein brennendes Streichholz weggeworfen haben. Alternativ könnte der Brand durch ein Leuchtspurgeschoss ausgelöst worden sein, das unter den Trümmern gefunden wird.

Das gefundene Geschoss wird untersucht und als 20-mm-Panzergranate identifiziert, vermutlich britischer oder amerikanischer Bauart. Die Analyse zeigt, dass der Leuchtsatz des Geschosses bereits abgebrannt ist und keine Entzündungsgefahr mehr besteht. Es wird zweifelsfrei festgestellt, dass es sich nicht um schweizerische Munition handelt.

Anmerkung des Autors: Die im Elsass eingesetzten alliierten Truppen verfügen nicht über 20-mm-Panzerkanonen. Wahrscheinlicher ist, dass die Geschosse von 20-mm-Luftabwehrgeschützen der Wehrmacht stammen.

Die Gebäudeversicherungsanstalt Baselland bewertet den entstandenen Schaden am Schuppen auf 2.800 CHF.

Territorial-Kommando

Aus den Berichten der Schweizer Armee:

08:45 - 09:32 Uhr: Fliegeralarm

11:24 - 12:10 Uhr: Fliegeralarm

12:33 - 18:51 Uhr: Fliegeralarm - Einflug von 7 Geschwadern a 36 Bombern - Bombardierung verschiedener Ortschaften.

23:22 - 00:05 Uhr: Fliegeralarm

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