26. Februar 1945
Schlacht um den Rhein
Wie das Hauptquartier von General Eisenhower meldet, läuft die nächste grosse Phase der alliierten Offensive an. Mit dem neuen Angriff der kanadischen 1. Armee, die unter Umgehung der deutschen Sperrstellung bei Calcar mit starken Panzerkräften aus Nordwesten in Richtung Duisburg vorstösst, gewinnt die „Schlacht um den Rhein“ an Dynamik.
Die amerikanischen 9. und 1. Armee unter den Generälen Simpson und Hodges setzen ihren stürmischen Vormarsch von der Roer zum Rhein fort. Am Montag werden siebzehn weitere Ortschaften erobert. Die Spähtrupps befinden sich am Abend nur noch 18 Kilometer vor Köln, 29 Kilometer vor Düsseldorf und 13 Kilometer vor Mönchengladbach. Entlang der Hauptstrasse Aachen – Düsseldorf stossen die Amerikaner bis Erkelenz vor und lassen die Stadt bereits hinter sich. An der Strasse Jülich – Köln erreichen sie Elsdorf, während sie auf der Route Düren – Köln bereits Blatzheimpassieren. Zum ersten Mal spricht ein hoher amerikanischer Stabsoffizier in einem Lagebericht von einem „Durchbruch an den Rhein“.
Die amerikanische 1. Armee rückt um weitere 8 Kilometer vor und nimmt 4.000 deutsche Soldaten gefangen. Die Gesamtzahl der Gefangenen seit Beginn der Offensive vor vier Tagen steigt damit auf über 10.000. Trotz vereinzelter örtlicher Gegenwehr bleibt ein organisierter deutscher Gegenangriff aus. Ein abgefangener Befehl von Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt bestätigt, dass der Grossangriff der Alliierten auf das Ruhrgebiet begonnen hat. Darin wird den deutschen Truppen befohlen, bei der Verteidigung der Heimat keine Opfer zu scheuen.
Eine halbamtliche Schätzung geht davon aus, dass die Deutschen an der gesamten Westfront noch ungefähr siebzig Divisionen zur Verfügung haben – verglichen mit achtzig im Dezember. Die Verringerung des Truppenbestandes ist auf hohe Verluste sowie Truppenverlegungen an die Ostfront zurückzuführen.
