8. März 1945
Intensives Artilleriefeuer und Leuchtsignale über der Dreiländerecke
Heute hallt aus dem Abschnitt Schliengen bis Müllheim in unregelmässigen Abständen das Dröhnen mittelschwerer Artillerie. Die französische Batterien feuern wiederholt aus der Gegend von Mülhausen in den badischen Abschnitt. Während die Abschüsse in der Ferne nur schwach zu hören sind, sind die Einschläge umso deutlicher wahrnehmbar. Es ist anzunehmen, dass das Artilleriefeuer auch an diesem Tag hauptsächlich aus französischer Richtung kommt. Darüber hinaus werden aus dem Bereich Bartenheim und Niffer Granaten in das Kandertal abgefeuert. Am Nachmittag und Abend setzt zudem ein deutscher Minenwerfer mehrere Minen auf Hüningen an.
Zwischen 20:00 Uhr und Mitternacht sind über der Region auffällige Leuchtsignale zu beobachten. Vom Schafberg(östlich des Isteiner Klotzes) steigen in kurzen Abständen weisse, rote und orangefarbene Leuchtraketen auf. Kurz vor 21:00 Uhr leuchtet der Himmel über dem Schafberg in anhaltenden Intervallen auf, ein Phänomen, das sich wenig später auch über dem Stauwehr bei Märkt wiederholt. Während dieser Lichtsignale sind aus Richtung Müllheim schwere Artillerieschläge zu hören, die etwa 10 Minuten lang anhalten.
Gegen 22:45 Uhr steigen über Weil-Stadt am Fusse des Tüllinger Hügels weitere weisse Leuchtraketen auf. Nur wenige Minuten später erscheint ein weiteres Lichtsignal nahe des Tüllinger Kirchleins. In beinahe perfektem Timing eröffnen daraufhin deutsche und französische Maschinengewehre entlang des Rheins zwischen Hüningen und Friedlingen das Feuer. Das gegenseitige Rattern der Gewehre hält fast 20 Minuten lang ununterbrochen an, bevor die Schüsse nach und nach verstummen und sich die Lage in der Nacht wieder beruhigt.
