9. März 1945
Kampfhandlungen in der Dreiländerecke – Artilleriebeschuss und nächtliche Überflüge
Auch heute setzt sich das französische Artilleriefeuer in unregelmässigen Abständen fort. Über den gesamten Nachmittag hinweg werden erneut Ziele auf badischer Seite beschossen. Besonders betroffen ist das Rheinufer unterhalb Friedlingen, wo eine Transformatorenstation sowie das Verwaltungsgebäude des Weiler Hafens unter Granatbeschuss geraten. Auch auf die Ortschaft Haltingen wird eine Anzahl von Schüssen abgegeben.
Zerstörtes Haltingen nach dem Beschuss französsicher Artillerie - Postkarte Privatarchiv / Kolorierung Patrick Schlenker
Mit der Wetteraufhellung nimmt zudem die Fliegertätigkeit wieder leicht zu. Am späten Abend überfliegt ein alliiertes Flugzeug mehrmals den Schafberg, östlich des Isteiner Klotzes. Von dort aus sind zunächst rote und orangefarbene Leuchtraketen zu beobachten. Als sich das Flugzeug dem Hügelkamm weiter nähert, ändert sich das Bild: Statt Leuchtraketen erscheinen nun Leuchtkugeln an kleinen Fallschirmen, die minutenlang über dem Festungsgebietschweben und die gesamte Umgebung taghell erleuchten. Dies ermöglicht den Piloten, die Vorgänge am Boden genau zu erkennen. Ein Beschuss des Flugzeugs bleibt aus.
In der Umgebung des Stauwehrs, wo die deutsche Seite vor kurzem erneut einen Handstreich über den Rhein versucht hat, ist am späten Abend erhöhte Unruhe festzustellen. Zu verschiedenen Zeiten hallen langgezogene Salven aus Maschinengewehren über das Gebiet.
Während der drei nächtlichen Fliegeralarme dröhnt jedes Mal das Motorengeräusch fremder Flugzeuge über der Region. Die genaue Flugroute der Maschinen bleibt unklar, doch ihre Präsenz verstärkt die angespannte Lage entlang der Grenze.
