10. März 1945
Brandröte über Müllheim und nächtliche Feuersbrunst hinter dem Isteiner Klotz
Aus der Gegend von Müllheim, wo im Verlauf des Tages mehrere Bombardements zu hören sind, steigt am späten Sonntagabend bis gegen Mitternacht weiterhin eine starke Brandröte auf. Vermutlich ist dies eine Folge der vorherigen Fliegerangriffe.
Verurteilung von Spionen
Am 2. März 1945 fällt das Territorialgericht 3 B nach mehrtägiger Verhandlung in einem Prozess wegen Verrats militärischer Geheimnisse harte Urteile gegen die Haupttäter.
Die Angeklagten haben im Sommer 1942 umfassende Spionage über wichtige militärische Anlagen in einem bedeutenden Abschnitt der Landesverteidigung betrieben. Ihre Strafen lauten wie folgt:
- L. W., geboren 1911, Hilfsarbeiter aus Flums: lebenslängliches Zuchthaus
- F. W., geboren 1910, Buchbinder aus Vaduz (Liechtenstein): 15 Jahre Zuchthaus und 15 Jahre Landesverweisung
- K. N., geboren 1919, Hilfsarbeiter aus Flums: sechs Jahre Zuchthaus und Ausschluss aus dem Heer
- E. N., geboren 1902, Vertreter aus Flums: fünf Jahre Zuchthaus und Ausschluss aus dem Heer
Zwei Angeklagte werden in Abwesenheit (contumaciam) zum Tode verurteilt:
- E. S., geboren 1918, Chauffeur aus Sargans: Todesstrafe durch Erschiessen
- T. W., geboren 1908, Reisender aus Balzers (Liechtenstein): Todesstrafe durch Erschiessen
Die Urteile spiegeln die Schwere des Verrats wider und unterstreichen die rigorose Strafverfolgung gegen Spionageaktivitäten während des Krieges.
