15. März 1945

Ausgedehnte Vernebelungsaktion und Artilleriefeuer in der Dreiländerecke

In den frühen Morgenstunden, zwischen 04:00 und 05:00 Uhr, ist erneut Artilleriefeuer aus der Richtung Müllheim zu hören. Besonders um 04:35 Uhr ist der Geschützdonner intensiv wahrnehmbar.

Der Tag scheint in der Dreiländerecke zunächst ruhig zu verlaufen. Französisches Artilleriefeuer aus dem Raum Blotzheim geht auf die Gegend zwischen dem Rhein und Haltingen nieder, das um 12:20 Uhr beginnt, dauert nur kurze Zeit. Am Nachmittag werden Rauchgranaten auf den Schafberg sowie in den Raum von Eimeldingen und Wintersweiler geschossen. Nach dem Fliegeralarm um 14:21 Uhr fliegen mehrere Flugzeuge via Rheinfelden nach Basel. Bombenabwürfe sind jedoch nicht wahrzunehmen.

Gegen 17:00 Uhr ändert sich die Lage schlagartig. Französische Truppen beginnen mit einer gross angelegten Vernebelungsaktion. Soldaten, die sich zwischen Neudorf und dem Kraftwerk Kembs verteilen, setzen Nebelgeräte ein, die dichte Rauchschwaden ausstossen und sich rasch über die gesamte Ebene ausbreiten. Nach einer halben Stunde ist das gesamte Gebiet in eine undurchdringliche Nebelwand gehüllt, aus der nur noch die Wipfel der höchsten Bäume herausragen.

Um 17:10 Uhr eröffnen französische Batterien das Feuer auf deutsche Bunkerstellungen entlang des Rheins, insbesondere oberhalb des Stauwehrs bei Kembs. Weitere Maschinen fliegen um 17:12 Uhr über das Gebiet zwischen Neudorf und dem Rhein.

Die Beschiessung der deutschen Bunker ist diesmal massiver als zuvor. Das Feuer scheint gut koordiniert zu sein, da die französische Artillerie fast ausschliesslich Volltreffer erzielt. Vom deutschen Ufer bleibt eine Gegenreaktion zunächst aus. Erst später feuert deutsche Artillerie aus dem Kandertal, doch die genauen Einschlagstellen sind durch die dichte Nebelwand kaum zu erkennen.

Gegen 18:30 Uhr eröffnen auch deutsche Batterien aus der Gegend von Haltingen das Feuer. Hinter dem Hakenberg, östlich des Schafbergs, sind mehrere Einschläge sichtbar. Dennoch bleibt die französische Nebelwand stabil, sodass Erdbeobachtung kaum möglich ist.

Mit Einbruch der Dunkelheit dehnt sich der künstliche Nebel weiter aus und erreicht nun auch St. Louis und Hüningensowie Teile des rechtsrheinischen Gebiets. In Kembs feuern französische Maschinengewehre mit Leuchtspurmunitionauf die Hänge von Istein. Die grellen Lichtspuren heben sich deutlich vom blau-violetten Himmel ab und sind bis zum Einbruch der völligen Dunkelheit sichtbar.

Später in der Nacht nimmt der französische Nachschubverkehr im Elsass wieder zu. Mehrere Fahrzeuge mit leuchtenden Scheinwerfern bewegen sich vom oberelsässischen Hügelgelände aus in Richtung der Ortschaften in der Ebene. Ob es sich bei der gesamten Aktion lediglich um eine Übung, ein Scheinmanöver oder eine Vorbereitung für eine grössere Offensive handelt, bleibt unklar.

Um 23:10 Uhr wird in Basel erneut Fliegeralarm ausgelöst, nachdem das Motorengeräusch eines oder mehrerer fremder Flugzeuge aus nordwestlicher Richtung hörbar wird. Der Alarm dauert bis 23:54 Uhr, bevor Entwarnung gegeben werden kann. Die Flugzeuge entfernen sich in östlicher Richtung.

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