30. März 1945

Kriegsgeschehen in der Dreiländerecke am Karfreitag

Die Nacht zum Karfreitag verläuft auffallend unruhig – besonders zwischen 02:30 Uhr und 05:00 Uhr. Noch unbestätigte Meldungen deuten darauf hin, dass kleinere französische Truppenteile erneut einen gewaltsamen Aufklärungsvorstoss über den Rhein bei Märkt unternommen haben. Das beobachtete Geschehen deutet auf einen typischen Handstreich hin, verbunden mit erheblichem Munitionsverbrauch.

Bereits um 02:26 Uhr beginnt intensives Maschinengewehrfeuer in Richtung Rosenau und der Vogelinsel (zwischen Rhein und dem Oberwasserkanal unterhalb des Stauwehrs). Zusätzlich wird das deutsche Ufer mit kleinkalibriger Artillerie – möglicherweise einem Sturmgeschütz – beschossen.

Um 02:45 Uhr intensiviert sich das französische Artilleriefeuer. Einschläge erfolgen unter anderem bei Istein, Efringen, Egringen und auf der Hohen Schule. Maschinengewehrstellungen wechseln mehrfach ihre Position. Auch am deutschen Rheinufer steigen Leuchtraketen auf.

Ab 03:00 Uhr nimmt das französische Feuer weiter zu. Aus den Räumen Blotzheim und Bartenheim wird das gesamte badische Ufergebiet und Hinterland unter Beschuss genommen: Efringen, Egringen, Märkt, das Haltinger Moos sowie das Kandertal sind betroffen.

In Märkt entsteht eine grössere Feuersbrunst, die bis 05:00 Uhr anhält. Deutsche Artillerie erwidert das Feuer vereinzelt aus dem Raum Efringen – Einschläge werden in Richtung Bartenheim und Sierentz registriert.

Nach dem Einschlag einer schweren französischen Mine um 04:38 Uhr kehrt allmählich Ruhe ein. Bis in den frühen Nachmittag bleibt es an der Grenze vergleichsweise ruhig.

Sprengung Stauwehr Kembs

Zerstörtes Stauwehr Kembs nach der Sprung durch die deutschen Truppen - Foto Privatarchiv

Um 23:29 Uhr ist von der Grenze aus eine schwere Detonation aus der Gegend des Stauwehrs des Kraftwerks Kembs zu vernehmen. Das Kraftwerk liegt auf der Höhe von Märkt am Rhein. Die Explosion scheint auf eine gezielte Sprengung zurückzugehen und führt unmittelbar zu einer ausgedehnten weissen Rauchwolke, die sich derart ausbreitet, dass der Eindruck entsteht, es handle sich um eine Vernebelungsaktion.

Als der Mond stärker scheint, lässt sich mit Hilfe von Ferngläsern eindeutig feststellen, dass durch die Sprengung erneut erhebliche Zerstörungen am Stauwehr verursacht worden sind. Die genaue Auswirkung auf die Rheinschifffahrt kann jedoch erst bei Tageslicht beurteilt werden.

Um 23:47 Uhr wird zudem eine weitere Detonation aus der Gegend von Istein gehört. Die Ursache dieses Knalls bleibt zunächst unklar. Im weiteren Verlauf der Nacht – bis 02:00 Uhr – bleibt die Lage ruhig; nur vereinzelt ist Maschinengewehrfeuer zu hören.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.