5. April 1945

Wieder stärkeres Artilleriefeuer in der Dreiländerecke

Durch den ganzen Tag ist in der Dreiländerecke erneut verstärktes Artilleriefeuer zu beobachten. Bereits ab 09:00 Uhrvormittags feuern französische Geschütze aus dem Raum Mülhausen auf das Gebiet östlich des Rheins bis hinauf nach Müllheim. Aufgrund ungünstiger Windverhältnisse bleibt unklar, ob von deutscher Seite erwidert wird.

Im weiteren Verlauf des Vormittags dehnt sich das französische Feuer südwärts bis in die Gegend von Niffer-Schliengen aus. Über die Mittagszeit belegen deutsche Truppen die französischen Stellungen am Oberwasserkanal zwischen dem Stauwehr und dem Kraftwerk Kembs mit zahlreichen Minen.

Am Nachmittag flammt das Artilleriefeuer zunächst in Richtung Müllheim wieder auf. Anschliessend geraten erneut die Umgebung des Stauwehrs sowie die Region zwischen Haltingen und Eimeldingen unter Beschuss.

Ausserdem werden zwei Formationen fremder Flugzeuge mit je elf Maschinen über dem badischen Gebiet gesichtet. Sie stossen auf schwaches Abwehrfeuer. Nach dem Einflug der ersten Formation ist um 17:08 Uhr über dem Schafberg östlich des Isteiner Klotes eine gewaltige Rauchentwicklung zu beobachten, deren Ursache jedoch unklar bleibt – ob durch direkten Luftangriff oder andere Kampfhandlungen verursacht, lässt sich nicht feststellen.

Zwischen 19:00 und 21:00 Uhr setzen französische Batterien schweres Geschütz ein. Es blitzt an zahlreichen Punkten des oberelsässischen Hügelgeländes von Volkensberg bis Sierenz. Die Schüsse stammen offensichtlich aus grosser Distanz und treffen Ziele im Kandertal. Die Einschlagsdetonationen sind deutlich zu hören. Unter anderen atmosphärischen Bedingungen wäre diese Beschiessung in Basel vermutlich deutlich intensiver wahrgenommen worden.

Im Laufe der Nacht kehrt Ruhe ein.

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