11. April 1945
Artillerieeinsätze und Grossbrand am Rhein
Am Vormittag kurz nach 08:00 Uhr ist aus der Richtung Mülhausen erneut stärkeres Artilleriefeuer zu hören. Ein deutsches Geschütz feuert aus der Gegend von Eimeldingen in Richtung St. Louis, nachdem kurz zuvor deutsche Minen in Neudorf eingeschlagen sind.
Um 09:12 Uhr ist aus der Richtung des Stauwehrs bei Märkt eine schwere Detonation zu vernehmen, die zunächst wie eine Sprengung wirkt. Da am Stauwehr keine sichtbaren Veränderungen festgestellt werden können, liegt die Vermutung nahe, dass auf elsässischer Seite in einer Kiesgrube Blindgänger oder Minen zur Explosion gebracht und damit unschädlich gemacht worden sind.
Um 10:45 Uhr nimmt eine französische schwere Batterie aus dem Raum Steinbrunn südlich von Mülhausen das badische Gebiet unter rasch aufeinanderfolgendem Beschuss.
Am Nachmittag feuert die französische Artillerie gezielt auf verschiedene Punkte des badischen Rheinufers und des angrenzenden Hinterlandes. Es werden Rauch- und vermutlich auch Phosphorgranaten eingesetzt. Die typischen Rauchpilze sind unter anderem am Rheinufer oberhalb des Stauwehrs, hinter dem Laufelberg sowie bei Schloss Bürgeln am Südhang des Badischen Blauens zu sehen – am heftigsten jedoch mitten in der Ortschaft Märkt.
Etwa um 16:30 Uhr entzündet sich eine dieser Granaten in Märkt und löst einen grossflächigen Brand aus. Da von der Schweizer Seite aus nur die Dächer der Ortschaft sichtbar sind und viele Gebäude hinter dem Auenwald verborgen liegen, lässt sich zunächst nicht feststellen, welche Liegenschaften betroffen sind. Die Flammen schlagen jedoch hoch über die Baumwipfel hinaus und erstrecken sich über eine Länge von über 100 Metern. Auch nach Einbruch der Dunkelheit brennt ein grösseres Gebäude noch lichterloh. Dichte, schwarze Rauchwolken deuten darauf hin, dass womöglich auch ein Tanklager mit flüssigen Brennstoffen in Brand geraten ist. In kleinerem Ausmass hält das Feuer bis weit nach Mitternacht an.
Parallel dazu kommt es am Nachmittag zu vereinzeltem Artilleriefeuer beiderseits, das sich über den ganzen Abend hinweg zieht.
In der Nacht zum Donnerstag, gegen 01:30 Uhr, feuert die französische Artillerie schätzungsweise eintausend Granaten in den Raum Efringen. Zeitgleich ist auch das Rattern von Maschinengewehren auf beiden Seiten des Rheins zu hören.
