12. April 1945
Eine Presseorientierung, die am Vormittag unter dem Vorsitz von Dr. Lindt im Bundeshaus stattfindet, zeigt am lebendigen Beispiel den tieferen Sinn der Schweizer Spende und gibt Einblick in die Verwendung der gesammelten Mittel in den vom Krieg befreiten Ländern.
Frau Dr. Kaegi, Leiterin des Schweizerischen Arbeiterhilfswerkes, berichtet über ihre Erfahrungen bei Hilfsaktionen, welche ihre Organisation seit dem letzten Herbst, insbesondere in Lyon und Saint-Étienne, durchführt. Sie schildert eindrücklich die Situation der notleidenden Bevölkerung und die Bedeutung der Schweizer Hilfe vor Ort.
Direktor Crivelli, Leiter der Caritas-Zentrale, erzählt von seiner Reise nach Savoyen und vor allem ins Moseltal, wo er Hilfsmassnahmen für die dortige Bevölkerung organisiert und begleitet. Seine Eindrücke zeigen, wie tief das Elend selbst in den ländlicheren Gebieten reicht und wie notwendig jede Hilfe ist.
Von Dr. med. Jaeger, dem Leiter einer Schweizer Ärztemission nach Belgien, werden erschütternde Einzelheiten über die dortigen Lebensverhältnisse berichtet. Seine Schilderungen machen klar, wie katastrophal die medizinische Versorgung und die hygienischen Zustände in vielen befreiten Regionen sind.
Erst durch die Darlegungen dieser direkt Beteiligten wird deutlich, wie dringend Hilfe weiterhin benötigt wird. Auch wenn die Schweizer Spende angesichts des gewaltigen Ausmasses an Not und Zerstörung in den befreiten Gebieten nur eine bescheidene Linderung bringen kann, so ist sie doch ein bedeutsamer Ausdruck des Willens, der leidenden Menschheit beizustehen – so weit es in den Kräften der Schweiz liegt.
