27. April 1945

Französische Truppen rücken weiter vor

Erst in der Nacht ab etwa 01:00 Uhr, fahren erstmals französische Fahrzeuge mit eingeschaltetem Scheinwerferlicht auch im badischen Gebiet zwischen Istein und Leopoldshöhe. Von Istein kommend, verschwinden sie teils in den Waldstücken. Weitere Truppenteile nähern sich von Märkt oder Eimeldingen über Haltingen und überqueren in Leopoldshöhe die weiten Bahnanlagen, um sich Richtung Friedlingen zu wenden. Der Verkehr läuft in beiden Richtungen – ein deutlicher Hinweis auf einen gut organisierten Pendelverkehr zwischen den Brückenköpfen und Versorgungslinien der französischen Truppen.

Beschuss Schweizer Patroullie

Der Pressechef des zuständigen Territorialkommandos teilt mit: Um etwa 12.30 Uhr, wird in unmittelbarer Nähe der Schaffhauser Gemeinde Altorf, im nördlichsten Zipfel der Schweiz, eine zehnköpfige Schweizer Patrouille während deutsch-französischer Gefechtshandlungen überraschend von französischen Panzern unter Beschuss genommen. In dem unübersichtlichen Grenzgebiet halten die französischen Truppen die Patrouille offenbar irrtümlich für eine feindliche Formation. Ein Hauptmann wird schwer, zwei weitere Soldaten leicht durch Granatsplitter verletzt. Die Verwundeten gelangen zur Behandlung ins Spital nach Schaffhausen.

Deutsche Verbände an der Schweizer Grenze zurückgewiesen

Im Verlauf des Tages und in der Nacht sammeln sich bei Wiechs, gegenüber von Hofen, deutsche Truppen, die sich aus dem von den Franzosen besetzten oberen Wutachtal bis zur Grenze durchgeschlagen haben. Sie schlagen in zwei provisorischen Lagern ihr Nachtquartier auf – eines im sogenannten „Schlauch“ bei Bargen, wo ein deutscher Grenzvorsprung die Strasse Schaffhausen–Bargen unterbricht, das andere gegenüber der deutschen Enklave Büsingen bei Büttenhardt. Insgesamt handelt es sich um über 1000 Mann, darunter zahlreiche Angehörige der Waffen-SS.

Die Schweizer Behörden teilen den Truppen unmissverständlich mit, dass ein Grenzübertritt nicht genehmigt wird. Dennoch verharren die deutschen Soldaten bis zum Mittag an Ort und Stelle in der Hoffnung, über die Schweiz ins unbesetzte Vorarlberg weitertransportiert zu werden. Als sich dieser Plan zerschlägt, erklären sie sich schliesslich zur Übergabe an die französischen Truppen bereit.

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