9. Januar 1945
Operation Nordwind: Die Hölle von Hatten und Rittershoffen
In den frühen Morgenstunden des 9. Januar 1945 beginnt der deutsche Angriff. Zunächst führen Panzergrenadiere der ungeschützten Kampfgruppe Proll den Vorstoss, unterstützt von Flammenwerfern der 1. Ingenieurkompanie. Der Angriff ist aggressiv, und trotz erheblicher Verluste gelingt es den deutschen Truppen, viele US-Unterstützungswaffen rund um die Maginot-Linien-Stellungen zu unterdrücken und die meisten der Panzerabwehrkanonen des verteidigenden US-Bataillons zu zerstören. Die zweite Phase des deutschen Angriffs steht kurz bevor.
Am späten Vormittag erobert die gepanzerte Kampfgruppe Huss mit Unterstützung von Flamm-Panzern das Casemate #2 südwestlich von Hatten. Danach drängt die Gruppe weiter in Richtung der Eisenbahnlinie südlich von Hatten. Die deutsche Einheit, bestehend aus mehr als einem Dutzend Panzern und zwanzig Halbkettenfahrzeugen, entscheidet sich, den Angriff auf den nördlichen Teil der Stadt umzulenken. Die Infanterie zieht sich vom Bahnhof zurück, während die meisten Panzer in Richtung Rittershoffen von Süden vorrücken.
Die deutschen Panzer, die nach Rittershoffen vorrücken, treffen auf die A-Kompanie des 48. Panzer-Bataillons der 14. Panzer-Division unter der Führung von Hauptmann ‘Ace’ Ory und werden zurückgeschlagen. In der Mitte von Hatten dringen die deutschen Panzergrenadiere mit Unterstützung einiger Panzer tief in die Stadt vor, trotz der Bemühungen der C-Kompanie und der unterstützenden Bataillons-HQ-Einheiten. Die Deutschen werden durch die heldenhaften Taten von Pfc Vito Bertoldo gebremst, dessen Aktionen im östlichen Teil von Hatten rund um die Hauptkirche ihm die Congressional Medal of Honor einbringen.
Mit Einbruch der Dämmerung setzt das US-Kommando das 2. Bataillon des 242. Infanterie-Regiments ein. Bis zum Einsetzen der Nacht haben beide Seiten ihre Positionen in jeweils einer Hälfte von Hatten bezogen und ruhen sich aus.
Territorial-Kommando
Aus den Berichten der Schweizer Armee:
00:20 Uhr: Landung eines Störballons mit Metallpapieren und Fallschirm auf einem Baum an der Leimenstrasse.
Anmerkung des Autor:
In den zur Verfügung stehenden Unterlagen der Armee vom 28. Mai 1945 sind keine Daten, bzw. Meldungen zu finden, die eine Landung eines Störballons in Basel erwähnt. Es gab jedoch im ersten Quartal, wie schon wöhrend des ganzen Krieges viele Sichtungen / Landungen von Störballone.
Zusammenstellung der Störballon-Ereignisse – Januar bis April 1945 in der Schweiz
Monatliche Übersicht:
| Januar | 9 | |
| Februar | 13 | |
| März | 15 | |
| April | 1 | |
| Total | 38 |
Herkunft und Art der Ballons:
| Monat | Deutsche Ballons | USA-Ballons | Unbekannte Herkunft | Total |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 15 | 2 | 8 | 25 |
| Februar | 42 | 2 | 1 | 45 |
| März | 12 | - | 1 | 13 |
| April | 34 | - | 10 | 44 |
| Total | 103 | 4 | 20 | 127 |
Bemerkungen:
Es wurde eine Gesamtzahl von 127 Ballons registriert.
Die Mehrheit der Ballons stammt aus Deutschland. Einige stammen aus den USA, und eine kleinere Zahl konnte keiner Herkunft eindeutig zugeordnet werden.
Besondere Ereignisse:
- Propagandaballons: Insgesamt 34 Ballons wurden als Propagandaballons identifiziert.
- Kurzschluss einer Überlandleitung: Es gab Berichte über Kurzschlüsse, die durch Ballons verursacht wurden.
10:10 Uhr: Mitteilung, dass am 15. die Füsilier-Kompanie 2 BL in Gelterkinden mobilisiert werden soll. Es soll Bescheid gegeben werden, wenn in Basel kein Platz vorhanden ist. Vielleicht kommt Birsfelden in Frage.
11:00 - 12:15 Uhr: Rapport KP.
13:37 Uhr: Meldung vom Flüchtlingsoffizier: Um 13:42 Uhr sind die Kinder in Mulhouse abgefahren und sollen ca. 14:10 Uhr in Basel eintreffen, um von dort nach Rheinfelden weiterzufahren.
Meldung, dass vier weitere Camions mit Kindern an der Grenze warten, jedoch noch kein Wagenmaterial der Basler Transport Bahn BTB vor Ort ist.
14:45 Uhr: Kinder in Leymen eingetroffen. 184 weitere steigen in Flüh ein.
15:00 Uhr: Zwei Mannschaftswagen für den 10.01.1945 um 12:30 Uhr zur MUBA bestellt.
Abfahrt um 14:56 Uhr in Binningen. Insgesamt 313 Kinder.
15:10 - 16:23 Uhr: Fliegeralarm. Anflug mehrerer Flugzeuge vom Westen nach Basel. Die Umgebung der Kirche Hüningen wurde mit Minenwerfern beschossen. Zwei alliierte Aufklärer wurden über Kembs gesichtet. Gegenseitiger Minenwerferbeschuss fand zwischen dem Hafen Weil und Hüningen statt.
15:35 Uhr: Ein Möbelwagen zum Bettentransport auf 08:00 Uhr (10.1.45) bestellt. Vier Taxis auf 12:30 Uhr bestellt.
16:30 Uhr: Zollamt Hüningen meldet, dass an der Grenze sechs verwundete Franzosen seien, die zur Versorgung ins Spital Basel gebracht werden sollen.
16:45 Uhr: Meldung an das Infanterie-Regiment 15 weitergeleitet.
18:15 Uhr: Regimentsarzt des Inf. Rgt. 15 teilt dem KP mit, dass er mit Hauptmann Werner am Zoll Hüningen war und dort die Mitteilung erhielt, dass die Soldaten bereits den Zoll Lysbüchel überschritten haben und ins Bürgerspital Basel eingeliefert wurden.
18:30 Uhr: Der Spitaldirektor verlangt, dass über den Flüchtlingsoffizier sechs weibliche Sanitätsschwestern des Luftschutzzuges angefordert werden, da das Spital infolge Überfüllung gezwungen ist. Die LS Sanitätsstation sei zu öffnen.
