10. Januar 1945
Weitere Kämpfe um Hatten
Am Morgen positioniert sich das 2. Bataillon des 315. Infanterie-Regiments unter Lt. Colonel Holton, um durch den nördlichen Teil von Hatten vorzurücken. Der Angriff ist für 09:00 Uhr geplant. Doch die Deutschen schlagen den Angriff der Amerikaner vorzeitig vor.
Um 08:45 Uhr greift eine grössere deutsche Streitmacht von 200 Mann und sechs Panzern die Soldaten von Holton an, als diese sich an ihrem Ausgangspunkt formieren. Ziel der Deutschen ist es, die US-Verteidiger aus Hatten zu vertreiben. Die Amerikaner geraten ins Wanken, können jedoch mit Unterstützung einer Handvoll Panzerjäger aus dem segregierten 827. Panzerjäger-Bataillon einen kleinen Teil der Häuser am westlichen Rand von Hatten halten.
Um den Druck im nördlichen Teil von Hatten zu verringern, ordnet Lt. Colonel Holton einen Gegenangriff seiner Männer aus dem 2. Bataillon, 315. Infanterie-Regiment, in Richtung des Bahnhofs im südlichen Teil der Stadt an. Als der Angriff der Amerikaner jedoch in Gang kommt, finden die deutschen Panzerabwehrkanonen ihre Zielgenauigkeit und zerstören mehrere Sherman-Panzer, wodurch der Vormarsch der Amerikaner gestoppt wird.
Französische Kinder können noch nicht heimkehren
Die Lage in den französischen Städten Montbéliard und Belfort bleibt weiterhin kritisch. Insbesondere die Versorgung mit Lebensmitteln und die allgemeinen Sicherheitsbedingungen sind nach wie vor so prekär, dass eine Rückführung der evakuierten Kinder derzeit nicht verantwortet werden kann. Die Schweizerische Kinderhilfe des Roten Kreuzes teilt mit, dass Kinder aus kleineren Ortschaften jedoch in naher Zukunft in ihre Heimat zurückgebracht werden sollen.
Unterdessen treffen weiterhin Flüchtlingskinder aus Mulhousen in der Schweiz ein. Am vergangenen Samstag, den 5. Januar erreicht ein dritter Transport mit 257 Kindern die Grenzstation Flüh. Diese Kinder werden von der Kinderhilfe an ihre Pflegefamilien in den Kantonen Solothurn, Appenzell Ausserrhoden und Luzern übergeben. Vorgestern, am Montag, den 8. Januar überschreiten weitere 385 Mulhouser Kinder die Grenze. Sie werden nun in Familien im Kanton Bern und Zürich untergebracht.
Territorial-Kommando
Aus den Berichten der Schweizer Armee:
06:20 Uhr: Flüchtlingsoffizier im Flüchtlingslager MUBA. Diverse Besprechungen betreffend den Transport von Kranken nach Laufen.
09:05 Uhr: Kommandant des Bataillons 33 auf dem Kommandoposten.
11:40 Uhr: Anfrage vom Flüchtlingsoffizier bezüglich einer Voranmeldung für Kinder, die aus Mulhouse eintreffen sollen.
12:15 - 13:36 Uhr: Fliegeralarm. Zahlreiche Flugzeuge in mehreren Wellen unterhalb von Basel Richtung Schaffhausen.
12:50 Uhr: Meldung vom Flüchtlingsoffizier, dass soeben etwa 150 Kinder eingetroffen sind.
14:15 - 14:47 Uhr: Fliegeralarm. Einflug mehrerer Flugzeuge bei Basel mit Richtung Laufenburg.
Besprechung für den 11.01.1945:
- 08:00 Uhr: 1 Möbelwagen zur MUBA.
- 12:30 Uhr: 1 Mannschaftswagen zum Kinderheim.
- 12:30 Uhr: 1 Mannschaftswagen zur MUBA.
- 12:30 Uhr: 3 Taxis zur MUBA.
15:05 Uhr: Meldung, dass soeben 244 Kinder in Binningen abgegeben wurden. Damit ergibt sich eine Gesamtzahl von 364 Kindern. Für morgen sind um ca. 11:00 Uhr etwa 100 Kinder und nach 14:00 Uhr weitere 500–700 Kinder zu erwarten.
14:51 - 15:27 Uhr: Fliegeralarm. Einflug eines Verbandes fremder Flugzeuge bei Oberendingen Richtung Brugg Basel
22:19 - 23:29 Uhr: Fliegeralarm.
